Geopolitische Krisen, Inflationssorgen und volatile Märkte prägen das Börsenjahr 2026. Robert Habatsch von Greiff Capital Management sieht dennoch Chancen – vor allem in Schwellenländern, Uran-Aktien und Gold. Warum klassische Multi-Asset-Portfolios aus seiner Sicht an Grenzen stoßen.
21.05.2026 | 14:15 Uhr von «Jörn Kränicke»
Die Kapitalmärkte stehen 2026 weiter unter dem Eindruck geopolitischer Spannungen, hoher Staatsverschuldung und wachsender Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung. Robert Habatsch von Greiff Capital Management erwartet deshalb ein anspruchsvolles Börsenumfeld, sieht zugleich aber Chancen in Schwellenländern, alternativen Energiethemen und Gold.
Mit Blick auf das laufende Börsenjahr warnt Teamchef Habatsch vor den Folgen einer zunehmend unberechenbaren geopolitischen Lage. „Wenn hochkomplexe Konflikte im Stil einer Reality-Show moderiert werden, muss man leider auch mit chaotischen Konsequenzen rechnen“, sagt er. Neben dem Iran-Konflikt verweist er insbesondere auf strukturelle Risiken wie hohe Staatsverschuldung und einen zunehmenden Vertrauensverlust an den Märkten.
Dennoch spricht sich Habatsch gegen kurzfristiges Denken aus. Statt sich ausschließlich auf das aktuelle Börsenjahr zu fokussieren, sei ein analytischer Blick auf längerfristige Entwicklungen entscheidend.
Positiv beurteilt der Fondsmanager weiterhin die Perspektiven von Schwellenländern und Frontier Markets. Diese hätten 2026 bislang überzeugt, auch wenn es im März zu stärkeren Korrekturen gekommen sei. Als problematisch bezeichnet Habatsch allerdings die hohe Abhängigkeit vieler asiatischer und europäischer Volkswirtschaften von Energieimporten.
Sein Portfolio habe er bereits vor mehreren Jahren bewusst internationaler ausgerichtet. Ein klassisch US-lastiges Multi-Asset-Portfolio leide aus seiner Sicht unter mangelnder internationaler Tiefe, einem hohen US-Dollar-Klumpenrisiko und eingeschränkten Möglichkeiten zur Alpha-Generierung für aktive Fondsmanager. Habatsch rechnet daher langfristig mit einer Fortsetzung der Outperformance asiatischer Märkte, von Emerging Markets sowie einzelner europäischer Börsenplätze – auch wenn der genaue Zeitpunkt offen bleibe.
An den Rentenmärkten hängt die weitere Entwicklung aus seiner Sicht maßgeblich davon ab, ob sich ein Stagflationsszenario etabliert. Anleihen nutzt Habatsch derzeit vor allem als stabilisierende Beimischung im Portfolio. Dabei bevorzugt er kurze Laufzeiten sowie eine breite Diversifikation über verschiedene Währungen hinweg.
Chancen sieht der Teamchef im Bereich alternativer Energien und Uran. Das Frühjahr 2026 entziehe sich in seiner Dynamik historischen Vergleichsmustern. Große geopolitische Ereignisse gingen häufig mit massiven Kapitalströmen in neue Technologien, Energieeffizienz und alternative Energieformen einher. Davon könnten auch Uran- und Kernkraftaktien profitieren.
Trotz der jüngsten Schwankungen bleibt Habatsch zudem positiv für Gold gestimmt. Zwar habe das Edelmetall zuletzt im Zuge erhöhter Volatilität nachgegeben, dies sei jedoch vor allem auf die in akuten Stressphasen typische Liquiditätspräferenz zurückzuführen. „Cash ist in der Panik oft gefragter als der sichere Hafen“, sagt Habatsch. Den langfristigen Aufwärtstrend bei Gold und Minenaktien hält er dennoch weiterhin für fundamental gut unterstützt.
| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensverwaltung GmbH | 21,72% |
| 2 | HOPPE VermögensBetreuung | 13,59% |
| 3 | Oberbanscheidt | 13,47% |
| 4 | SJB FondsSkyline | 13,18% |
| 5 | Urban & Kollegen | 10,53% |
| 6 | Fonds Laden | 10,28% |
| 7 | Nordproject | 9,73% |
| 8 | Plan F | 8,02% |
| 9 | QBS Invest | 6,95% |
| 10 | Plutos Vermögensverwaltung | 6,62% |
| 11 | Top Vermögen | 6,17% |
| 12 | Performance AG | 5,85% |
| 13 | Bank für Vermögen | 5,03% |
| 14 | Greiff Capital | 4,93% |
| 15 | ALPS Family Office | 4,06% |
| 16 | Bayerische Vermögen Management | 4,00% |
| 17 | Acatis | 3,96% |
| 18 | FONDS & MORE GmbH | 3,78% |
| 19 | Source for Alpha | 2,83% |
| 20 | FIVV AG | 2,18% |
| 21 | Höng Wealth Management | 1,85% |
| 22 | VALEXX AG | 1,36% |

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